Kind sein in Zeiten von Corona

In diesem Blog geht es um Zahlen. Zahlen, die das „Deutsche Jugendinstitut München“ (DJI) während des ersten Lockdowns im Jahr 2020 in einer repräsentativen Studie auf der Grundlage von Interviews mit Eltern und Kindern erhoben hat. Es sind Zahlen mit einem hohen Erklärungswert, die unsere sämtlichen Beobachtungen teilen, die wir in der Therapie, in der Beratung oder bei unseren Besuchen in Kitas und Schulen gemacht haben und unlängst in unserem Buch „Corona in der Seele“ näher erklärt haben. Sie bestätigen den bedeutenden, wenn nicht entscheidende Einfluss von Beziehungen in der Familie und in Kita und Schule, ob es Kindern gelang, mit der Pandemie ganz gut zurechtzukommen oder nicht.

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Schwimmenlernen

In diesem Blog geht es um einen Kurzfilm. Er heißt „Seepferdchen“ und dauert 15 Minuten.

Hanan, eine junge Jesidin aus dem Nordirak, floh zusammen mit ihrer Familie 2015 über das Mittelmeer. In einem Schlauchboot überquerte sie das Meer. Mit dabei waren ihre Eltern, ihr kleiner Bruder Sidar und circa 50 weitere Männer, Frauen und Kinder. Damals konnte Hanan nicht schwimmen. Die Angst vor dem Ertrinken, als die Wellen des Wassers ins Boot schwappen, hat sich in ihr Gedächtnis gebrannt.

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Die Schultüte

Schulanfang und Schultüte sind bei uns unzertrennlich. Dabei hat sich der Brauch, Kindern zu Beginn ihrer Schulzeit eine „Zuckertüte“ mitzugeben, in Deutschland nur langsam durchgesetzt, flächendeckend wohl erst in den…

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Die Biene und ein Vogel, der in den Frieden fliegt

Vor einigen Tagen waren Freunde mit ihrem knapp zweijährigen Kind bei uns zu Besuch. Das Kind saß auf seinem Hochstuhl mit uns beim Essen, dann drehte es den Kopf zur Seite und wandte seinen Blick hin zu einer buntbemalten Uhr, die bei uns auf einem Bücherregal steht und an deren Sekundenzeiger eine kleine Biene befestigt ist, die dort unablässig ihre Runden dreht. Die Biene selbst ist nicht einmal einen Zentimeter groß, aber sie und ihre unablässige Bewegung stießen bei dem kleinen Jungen auf große Aufmerksamkeit.

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Kinder, die reden, weinen nicht

 

 

 

von Claus Koch

Alle Kinder, es mögen etwa zehn 7- oder 8-Jährige sein, stehen im Kreis. Nun geht eines von ihnen in die Mitte und fängt an zu sprechen. Was er oder sie in der letzten Woche Besonderes erlebt hat. Ben erzählt, dass sein Wellensittich gestorben ist, noch immer sei er sehr traurig. Mira hat auf dem Schulweg einem Obdachlosen etwas von ihrem Pausengeld in den Kaffeebecher geworfen, der vor ihm stand. Er habe ihr, gerade jetzt in der Weihnachtszeit, wo sich doch alle so sehr auf ihre Geschenke freuen, leidgetan, wie er da in der Kälte saß mit seinem Pappschild in der Hand: DANKE! Mohammed fasst sich kurz: Sein Opa sei krank und jetzt hoffe er, dass er kein Corona habe und bald wieder gesund ist. Schnell geht die Schulstunde vorüber. Eine Woche später werden sich andere Kinder in den Kreis stellen und von sich erzählen: Von etwas, das ihnen gutgetan hat, von etwas das sie bekümmerte oder vor dem sie gerade Angst haben. Vor Corona haben die meisten Kinder Angst. Sich und andere anzustecken, ausgegrenzt zu werden, wenn der Test positiv ist und sie nicht in die Schule dürfen. Manche aus ihrer Klasse kommen gar nicht mehr zur Schule, das finden andere Kinder gemein, weil ihre Mütter arbeiten müssen und gar nicht zuhause sein können, wie die Kinder anderer Eltern. Aber eigentlich wollen alle Kinder, dass die Schule offenbleibt. Weil sie dort ihre Freundinnen und Freunde sehen, dort zusammen spielen können und ja, einmal in der Woche einen Kreis bilden, in dem jedes Kind von sich und seinen Erlebnissen erzählen darf.

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