SERIE Spürende Begegnungen mit Kindern und Jugendlichen (2): Das Tönen, Hören und Gehört-Werden

Tönen, Hören und Gehört-Werden

Säuglinge können sich von Geburt an lautstark bemerkbar machen. Ihr stimmliches Ausdrucksvermögen ist trotz fehlender verbaler Sprache äußerst differenziert und vielfältig. Es reicht vom leisen, fast unhörbaren Wimmern bis zum herzhaften Schreien. Wenn sie nicht gehört werden oder nur auf bestimmte – angenehme – Töne Reaktion erfahren, können sie in depressiver Resignation verstummen oder versuchen, sich um jeden Preis aggressiv Gehör zu verschaffen. (mehr …)

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SERIE Spürende Begegnungen mit Kindern und Jugendlichen (1): Quellen des Konzeptes und das Schauen

Viele Fachkräfte machen die Erfahrung, dass der Klang der Stimme manchmal mehr über die Befindlichkeit der Menschen aussagt, mit denen sie arbeiten, als der Inhalt der Worte. Auch der Blickkontakt über die Augen kann oft mehr bewirken (oder verhindern) als das gesprochene Wort. Das Konzept der Spürenden Begegnungen greift solche Erfahrungen auf, vertieft sie theoretisch und praktisch und bietet ein Instrument der Begegnung, das in vielen Bereichen sozialer und pädagogischer Arbeit eingesetzt werden kann. Von der Gefährdetenhilfe bis zur Altenarbeit, vom Kindergarten bis zum Jugendzentrum oder Frauenhaus. In diesem Beitrag werde ich in einem ersten Teil die Grundlagen des Verständnisses Spürender Begegnungen herausarbeiten. In folgenden Teilen werde ich genauer darauf eingehen, wie die Spürenden Begegnungen in der Arbeit mit Kindern genutzt werden können.

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Forum Beltz: Beziehungskompetenz – bindungstheoretische Überlegungen zum Umgang mit herausfordernden Schülern im Unterricht

Ausgangspunkt

Kinder werden mit sozialen Kompetenzen geboren und haben von Geburt an das existenzielle Bedürfnis, mit anderen eine Bindung und dafür Beziehungen einzugehen. Für ihre gesunde körperliche und psychische Entwicklung ist es notwendig, dass ihre nächsten Bezugspersonen auf ihren Beziehungswunsch fürsorglich mit Gesten und Worten eingehen, und sich auf diese Weise zwischen Mutter/Vater und Kind ein ursprüngliches Resonanzverhältnis herstellt, das beim Kind zu einer Art Urvertrauen in sich selbst und seine Umgebung führt. Um sich in diesem Resonanzverhältnis als wertvoll und anerkannt zu fühlen, suchen die Kinder immer wieder den Kontakt mit den Erwachsenen in der Hoffnung auf ein liebevolles und positives Feedback ihres Verhaltens und sind hierfür von Geburt an bereit zur Kooperation. (mehr …)

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SERIE Angst (6): Angstfresser

Michael Ende hat eine schöne Geschichte vom Traumfresser geschrieben. Zusammengefasst geht sie so: Die Tochter eines Königs hat schlimme Alpträume. Der Vater beauftragt alle Heiler, seine Tochter davon zu befreien. Doch niemand kann helfen. Da zieht der Vater in die Welt hinaus, um Hilfe zu holen. Doch alles ist vergeblich. Da sinkt er am Ende der Welt auf einen Stein und weint. Nun kommt ein seltsames Wesen auf ihn zu und fragt, warum er so weine. Der König erzählt seine Geschichte. Das Wesen antwortet ihm: „Das trifft sich ja gut. Ich bin ein Traumfresser. Ich ernähre mich von Träumen. Je schlimmer die Träume sind, desto lieber esse ich sie.“ Der Traumfresser begleitet den König nach Hause und frisst die bösen Träume der Tochter weg.  (mehr …)

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SERIE Angst (5): Das Maß der Angst

Oft wird von Kindern wie von Erwachsenen gesagt, dass ein „bisschen Angst“ okay sei, aber zu viel Angst falsch und gefährlich. Man müsse das „richtige Maß“ finden. Die Frage nach dem „Maß der Angst“ beschäftigt viele Menschen und deswegen ist es sinnvoll, darüber ein wenig nachzudenken. (mehr …)

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SERIE Angst (4): Angst und die Fremden

Die Angst vieler Menschen macht sich gegenwärtig an denen fest, die als „Fremde“ bezeichnet werden. Das sind Menschen, die als Flüchtlinge oder andere Migrant/innen nach Deutschland gekommen sind, Menschen anderer Sprache, anderer Hautfarbe, anderer Religion. Dazu werden von manchen auch die Täter von Paris gezählt – alle sind „Fremde“, die bedrohlich wirken. Gegen solche Gleichsetzungen hilft Aufklärung, hilft die Information, dass die meisten Täter von Paris Franzosen oder Belgier waren und dass die meisten Flüchtlinge gerade vor der IS und anderen Terroristen nach Deutschland geflohen sind. (mehr …)

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SERIE Angst (3): Angst und Wirksamkeit

Menschen, die traumatisierende existenzielle Bedrohungen erlebt haben, spürten ein Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit. Ihnen ging das Gefühl, wirksam zu sein, etwas bewirken zu können, verloren. Ihr „Nein“ wurde bei sexueller Gewalt nicht gehört, ihr „Stopp“ konnte die Gewalt nicht beenden, sie waren ohnmächtig gegen Schüsse und Bomben. Wenn Sie und die Kinder, Jugendlichen oder Erwachsenen, mit denen Sie arbeiten, die Bilder und Nachrichten von Paris und anderen Terrorattacken sehen, dann spüren Sie alle Mitgefühl mit den Opfern. Sie identifizieren sich mit ihnen und auch mit deren Angst und deren Gefühl von Wirkungslosigkeit. In der Angst, die mitfühlende Menschen ergreift, ist auch das Gefühl der Wirkungslosigkeit enthalten. Gegenüber der Gewalt des Krieges und des Terrors sind wir wirkungslos. (mehr …)

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SERIE Angst (2): Angst und Geborgenheit

Ein wichtiges Gegenteil von Angst, v.a. von existenzieller Angst, ist Geborgenheit. Gegen das Wachsen der Angst und gegen die Angst, von Ängsten überflutet zu werden, hilft es, sich mit Geborgenheit zu beschäftigen. Deswegen ermutigen Sie, über Ängste zu reden, UND machen Sie Geborgenheit zum Thema. Sie greifen damit auch spontane Impulse von Kindern auf. So erzählte mir ein Vater, dass seine beiden Kinder nach den Bildern von Paris wieder für einige Tage im Bett ihrer Eltern schlafen wollten. Sie suchten Geborgenheit.

Deshalb einige Hinweise, was Geborgenheit ist. Es sind Auszüge aus dem Buch „Das Wunder der Geborgenheit“: (mehr …)

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SERIE Angst (1): Das Recht auf Angst und das große UND

Seit den Anschlägen von Paris im November 2015 geht das Gespenst der Angst umher. Die Menschen, junge wie alte, haben Angst, dass sich Terroranschläge wiederholen. Viele Aufrufe gibt es, sich von der Angst „nicht unterkriegen“ zu lassen und den Terroristen zu zeigen, dass „wir keine Angst haben“. Doch so einfach ist es nicht. Die Angst ist vorhanden, auch bei Kindern, auch bei Erzieher/innen und Lehrer/innen, bei Eltern und vielen anderen. Ich werde deshalb in einigen Beiträgen auf die Ängste eingehen und pädagogische Hilfen für den Umgang mit der Angst geben. (mehr …)

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Bildung braucht Beziehung!

Vor einigen Wochen erzählte mir jemand von einem interessanten Experiment. Im Rahmen einer pädagogischen Weiterbildung stellte die Kursleiterin den etwa fünfundzwanzig Teilnehmern folgende Fragen: Wer von Ihnen kann sich an zehn Lehrer erinnern, die in Ihrem Schulleben eine wichtige Rolle gespielt haben? Es folgte betretenes Schweigen. Wer von Ihnen denkt bei dieser Frage an etwa fünf solcher Lehrer – jetzt meldeten sich zwei Teilnehmer. Gibt es für Sie denn zwei Lehrer, an deren Unterricht Sie sich gerne erinnern? Jetzt hob schon die Hälfte der Anwesenden die Hand. Und wer erinnert sich an die eine Lehrerin oder den einen Lehrer, die oder der Ihnen in der Schule einmal „alles“ bedeutet hat? Fast fünfundzwanzig Finger schossen in die Höhe und befreites Lachen kam auf.

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