Kiffen gehört an den Mittagstisch und in den Schulunterricht!

 

 

von Claus Koch

Um den Gebrauch von Marihuana und Haschisch ist eine hitzige gesellschaftliche Diskussion entbrannt. Vordringlich geht es dabei um die Frage, ob man Cannabis künftig legal in kleinen Mengen und zum Selbstgebrauch in dafür lizenzierten Abgabestellen kaufen kann, zum Beispiel in der Apotheke.

Diejenigen, die für eine solche Legalisierung plädieren, führen als Argumente ins Feld, dass eine kontrollierte Abgabe die Gesundheit der User*innen insofern schützt, dass sie wissen, was sie da rauchen oder anderweitig zu sich nehmen. Denn im Park oder an irgendwelchen dunklen Ecken weiß niemand, was ihr oder ihm da buchstäblich angedreht wird. Hinzukommt die Kriminalisierung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die dabei erwischt werden, wenn sie sich, und sei es nur zum Selbstgebrauch, ein paar Gramm besorgen. Eltern können ein Lied davon singen, wenn sie die Mitteilung zugestellt bekommen, dass sich ihr Sohn oder ihre Tochter nach entsprechender Anzeige wegen des Verstoßes gegen das „BtMG“ (Bundesbetäubungsmittelgesetz) bei der nächsten Polizeidienststelle einzufinden haben, manchmal als „Zeugen“, um die Namen der Dealer herauszurücken, oder aber gleich von der Staatsanwaltschaft Post bekommen, die das Verfahren im Übrigen nach kurzer Zeit wieder einstellt. Was dem Familienleben oft nicht besonders gut tut und zu Konflikten führt, die das eigentlich doch gewünschte offene Verhältnis der jungen Leute zu ihren Eltern, auch was den Umgang mit Drogen betrifft, belasten.

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Die Hochwasserkatastrophe und die Kinder

von Dr. Claus Koch

Immer wenn im Fernsehen oder anderen Medien über die Hochwasserkatastrophe in NRW, in Rheinland-Pfalz oder anderswo berichtet wurde, fiel auf, dass vor Ort so gut wie keine Kinder zu sehen waren. Im Gegensatz zu Berichten aus Krisen- und Katastrophengebieten in ärmeren Ländern, wo die Kinder oft mit leeren Augen in Kameras starren, wenn sie vor den Resten ihres Zuhauses stehen und zwischen herumliegenden Trümmern wieder anfangen zu spielen. Um wenigstens für kurze Zeit die Schrecken des gerade Erlebten zu vergessen.

Dass uns diese Bilder erspart blieben liegt wahrscheinlich daran, dass die Kinder der von der Flutkatastrophe betroffenen Familien bei uns schnell Aufnahme bei nahen Verwandten gefunden haben, bei Nachbarn oder Freunden, und auf diese Weise „in Sicherheit“ gebracht werden konnten. Dass sie schnell wieder ein Dach über dem Kopf fanden und sich, so schrecklich ihre Eltern auch betroffen waren, dort bekamen, was alle Kinder brauchen: Schutz, Geborgenheit und fürsorgliche Zuwendung.

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Die „Sendung mit der Maus“ ist 50 geworden

von Claus Koch

Nahezu alle kennen „Die Sendung mit der Maus“. Und jetzt ist sie 50 Jahre alt geworden. Großeltern kennen sie, weil sie „die Maus“ vor langer Zeit das erste Mal zusammen mit ihren Kindern gesehen haben, heutige Eltern erinnern sich, wie sie mit ihren Eltern Sonntagmorgens vor dem Fernseher saßen, wo sie sich jetzt mit ihren eigenen Kindern einfinden, und auch diese Kinder werden sich schon bald mit ihren Kindern die Lach- und Sachgeschichten mit der Maus gemeinsam ansehen. Diese, im wissenschaftlichen Jargon: „intergenerationale Weitergabe“ ist sicherlich ein Erfolgsgarant für diese Sendung, der Grund dafür, dass sie bis heute bei Klein und Groß so beliebt geblieben ist. Ein anderer, dass die Geschichten, die die Maus präsentiert, nie belehrend und darauf aus sind, Kinder zu erziehen oder sie zu Konkurrenz- und Leistungsdenken zu animieren.

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Weihnachtsbesuch von (fast) erwachsenen Kindern

von Dr. Claus Koch

Alle Jahre zur Weihnachtszeit schneien sie wieder herein: unsere (fast) erwachsenen Kinder. Kommen von überall her, aus Neuseeland, aus anderen Städten, in denen sie studieren oder ihre Ausbildung begonnen haben. Manche von ihnen sind bereits berufstätig oder absolvieren gerade ein Praktikum oder „Volo“. Und dann kommen sie für ein paar Tage zurück in ihr „altes“ Zimmer. Finden zurück in ihr „Kinderbett“ mit dem Pikachu-Kopfkissen, blicken auf die Plakate verflossener Idole ihrer Jugendzeit und Lieblingsstars, die immer noch an den Wänden hängen; sehen traurig zur halbvertrockneten Palme hinüber, die ihnen als Jugendliche so wichtig war, zumindest solange, wie ihre Eltern sie ausreichend begossen haben. Und fühlen sich, obwohl doch längst volljährig, wieder wie Kinder. Ein bisschen jedenfalls.

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Gesundheit Teil 5: Weich bleiben bei chronischen Erkrankungen

 

 

 

Beitrag von Dr. Udo Baer

Zahlreiche Kinder leiden unter chronischen Erkrankungen. Das Spektrum dieser Erkrankungen ist sehr breit und reicht von starken Allergien und Asthma über Epilepsie, Herzerkrankungen, Diabetes, chronische Darmentzündungen, Kopfschmerzen/Migräne bis hin zu ADS/ADHS.

Wenn ein Kind unter einer chronischen Erkrankung leidet, führt dies bei den Kindern und im gesamten familiären Umfeld oft zu einer Verhärtung. Die Eltern machen sich Sorgen und müssen oft kontrollieren, dass das Kind zum Beispiel nichts Falsches isst. Für das Kind gilt dies genauso. Kontrolle ist notwendig. Und dauerhafte Kontrolle kann zu einer verhärteten Atmosphäre führen. Die spielerische Leichtigkeit der Kinder und der spielerische Umgang mit den Kindern können zurücktreten hinter ein angespanntes Kümmern. Die Hochspannung ist nicht wegzubeschließen. Ein Kind, das schwer allergisch ist und wo jeder Bissen eines allergenen Lebensmittels zu lebensgefährlichen Attacken führen kann, braucht Kontrolle.

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Gesundheit Teil 3: Wenn Scham zündelt……

 

 

 

 

Beitrag von Dr. Udo Baer

Dass Kinder sich schämen, ist normal. Die Scham oder Peinlichkeit ist ein Gefühl, das auftritt, wenn Menschen die Grenzen ihrer Intimität verteidigen. Es wird einem Menschen peinlich, wenn andere etwas mitbekommen, was sie nicht wahrnehmen sollen. Wenn ein Kind einen Fehler gemacht hat, können Schamgefühle auftreten. Oder wenn Kinder Geheimnisse bewahren wollen, zum Beispiel, dass sie eine andere Schülerin oder einen anderen Schüler „gern haben“, dann kann es ihnen peinlich sein, dass andere etwas davon mitbekommen.

All dies bezeichnen wir als „natürliche“ Scham. Ein Gefühl, das nützlich ist, um die Grenzen der eigenen Intimität zu bewahren. Doch daneben gibt es die Beschämung, die sich zunächst einmal genauso anfühlt wie die natürliche Scham. Doch die natürliche Scham kommt von innen, die Beschämung kommt von außen. Beschämung bedeutet, dass Menschen vorgeführt und entblößt werden. Beschämung ist oft damit verbunden, dass jemand zu „…“ ist: zu dick, zu dünn, zu schlau, zu dumm, zu deutsch, zu ausländisch, zu groß, zu klein usw..

Beschämung hat für diejenigen, die davon betroffen sind, keinen Sinn. Sie verletzt und erniedrigt. Deswegen ist es wichtig, dass wir unsere Kinder darin unterstützen, sich gegen Beschämung zu wehren. Die Kinder brauchen gegen die Beschämung Parteilichkeit. Und sie brauchen uns Erwachsene als Vorbilder, dass auch wir voran gehen, gegen Beschämung aufzutreten.

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Gesundheit Teil 2: Wenn Mama, Papa, Oma … krank sind – die Schuldgefühle der Kinder

 

Ein Beitrag von Dr. Udo Baer

 

Erkrankungen rufen nicht nur in Eltern und anderen Erziehenden Schuldgefühle hervor, sondern auch und vor allem bei den Kindern:

  • Stefans Schwester ist hat eine Lungenentzündung und Stefan macht sich Sorgen. Er wirft sich vor, dass er am Anfang die Krankheit der Schwester nicht ernst genommen habe, zu laut gewesen war und dadurch Schuld ist, dass aus der Erkältung eine Lungenentzündung geworden ist.
  • Alicas Mama hat Krebs. Alica versteht nicht. Sie ist sechs Jahre alt. Sie ist sich aber ganz sicher, dass die Mama nur krank ist, weil sie, Alica, nicht lieb genug zu ihr war. Vor drei Jahren hatte die Mama mal zu Alica gesagt: „Wenn du nicht aufhörst mich zu nerven, dann werde ich noch krank!“ Das blieb im Gedächtnis!
  • Feridun räumt jetzt immer sein Zimmer auf. Sein Papa hatte einen Herzinfarkt erlitten und überlebt. Er hatte oft geschimpft, dass Feridun sein Zimmer nicht aufgeräumt hat. Nun räumt Feridun auf, damit der Papa wieder gesund wird.

Solche Beispiele von Schuldgefühlen bei Kindern, wenn Eltern oder Großeltern krank werden, kennen wir zu Hauf. Sie beruhen teilweise darauf, dass sich viele Kinder Krankheiten nicht erklären können. Doch die Quelle der Schuldgefühle sitzt tiefer. Kinder fühlen sich, wie die meisten Erwachsenen, gegenüber schweren Erkrankungen ohnmächtig. Ohnmacht ist ein Gefühl, das kaum auszuhalten ist.  Die Kinder wollen etwas tun, etwas bewirken, damit die Eltern oder Großeltern, die sie lieben, wieder gesund sind. Doch sie können sich weder die Krankheit erklären, noch finden sie einen Weg, wirkmächtig zu werden. Wenn die Ohnmacht bleibt, dann übernehmen Kinder oft die Verantwortung für die Erkrankung und fühlen sich schuldig. Sie versuchen damit, sich einen Zusammenhang zwischen sich selbst und der Erkrankung herzustellen.

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Gesundheit Teil 1: Mein Kind ist krank – was habe ich falsch gemacht?

 

 

 

Ein Beitrag von Dr. Udo Baer

Oft stellen sich Eltern diese Frage. Als Antwort entstehen ganz schnell Schuldgefühle: „Ich habe nicht genug aufgepasst, sonst hätte ich verhindern können, dass meine Tochter gefallen ist …“„Ich hätte das Kind anders ernähren sollen, dann wäre die Neurodermitis nicht ausgebrochen …“ „Wir waren bei einem Arzt, der das Kind nicht richtig behandelt hat. Das hätten wir doch vorher merken müssen …“

Immer wieder treten Schuldgefühle auf, wenn Kinder krank werden. Die Eltern sorgen sich nicht nur um die Genesung der Kinder, sondern machen sich auch selbst Vorwürfe, dass sie die Krankheit nicht richtig behandelt haben oder aber im Vorfeld die Erkrankung des Kindes nicht verhindert haben.

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Gastbeitrag: Die Praxis der gleichen Würde, von Jesper Juul

Die Praxis der gleichen Würde
Von Jesper Juul

Egal, wie problematisch wir das Verhalten von Kindern empfinden,wir sollen nie aufhören, sie als Menschen gleicher Würde zu behandeln.

Wenn wir verhaltensauffälligen Kindern unsere Aufmerksamkeit zuwenden, dann konzentrieren wir uns in der Regel auf ihr unangepasstes Verhalten.
Wir nehmen diese Kinder nicht wahr als die, die sie sind, sondern versuchen zu erklären, warum sie so geworden sind, wie sie sind. Wir forschen nach Ursachen von Symptomen. Fast ein ganzes Jahrhundert lang haben Psychologie und Pädagogik versucht, Verhalten zu klassifizieren, nach Symptomen zu ordnen, Symptome und Störungen zu diagnostizieren. Dies alles in der Annahme, dass wir bei exakter Diagnose eine Methode zur Behandlung abweichenden Verhaltens entwickeln könnten. Auf diese Weise behandeln wir nicht Menschen, sondern Symptome.

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Trauer Teil 3: Der Brief an den Himmel

Beitrag von Udo Baer

 

Rituale des Abschied-Nehmens erleichtern das Trauern und Loslassen für Kinder (und nicht nur für sie). Eine besondere Form sind Briefe, die an die Menschen und Lebewesen geschrieben oder gemalt werden, die den Kindern wichtig waren und sind. Einige Beispiele und Anregungen:

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