Gegenüber: Respekt statt Gewalt
Viele Kinder, denen wir im pädagogischen und erzieherischen Alltag begegnen, haben negative Erfahrungen damit gemacht, wie ihnen andere Menschen, vor allem Erwachsene, als Gegenüber begegnet sind. Das hat Auswirkungen, wie sie Erziehenden, Lehrenden und anderen Kindern in Schule und Vorschule begegnen.
Eine der drei wichtigsten negativen Erfahrungen ist die Gewalterfahrung. Gewalt kann viele Gesichter haben. Sie reichen von Schlägen über sexuelle Gewalt bis zu verachtenden und entwertenden Verhaltensweisen. Die Kinder leiden dann darunter, dass sie von einem Gewalttätigen und grenzüberschreitenden Gegenüber verletzt worden sind. Sie haben Erfahrungen mit einem „Zerstörungs-Gegenüber“ oder „Gewalt-Gegenüber“ gemacht. Wenn Kinder sich mit einem positivem Gegenüber reiben und auseinandersetzen, dann kann Wachstum entstehen. Erfahrungen mit einem Zerstörungs-Gegenüber ermöglichen keinen Wachstum, sondern schaffen Verletzungen. Die Begegnungen mit einem Gegenüber müssen von Respekt und Würdigung getragen werden, vor allem von Respekt für die Grenzen des anderen. Sonst sind sie nicht identitätsfördernd, sondern schädigen die Identitätsentwicklung.
