Wenn ein Kind zu klug und zu schnell ist …

 

 

Eine Lehrerin fragt:

Ein Kind in meiner sechsten Klasse ist überentwickelt. Es ist zu schnell, zu klug, oft auch altklug. Es bringt sich selbst Sprachen und anderes Wissen bei, muss alles besser wissen und weiß auch vieles. Was kann ich als Lehrerin tun?

Wenn ein Kind überdurchschnittlich intelligent und auch neugierig und wissensdurstig ist, dann braucht es vor allem Unterstützung in den Kontakten zu den anderen Kindern. Oft lehnen andere Kinder dieses Kind als „Streber“ oder „Besserwisser“ ab. Erwachsene bezeichnen es oft als altklug, manchmal sogar als arrogant. Doch was soll das Kind tun? Soll es seine Neugier abwürgen? Soll es sich verstellen, dass es vieles nicht mehr weiß? Solche hochintelligenten und wissensdurstigen Kinder müssen lernen, mit ihren Fähigkeiten umzugehen und sind dabei gelegentlich maßlos, weil sie nicht anders können. Das hat soziale Konsequenzen, die dazu führen können, dass sich die Kinder als Außenseiter oder gemobbt fühlen. Manche Kinder verlieren dann die Lust, überhaupt zur Schule zu gehen. Sie fürchten sich vor der Beschämung und dem Spott anderer. (mehr …)

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Die Hochwasserkatastrophe und die Kinder

von Dr. Claus Koch

Immer wenn im Fernsehen oder anderen Medien über die Hochwasserkatastrophe in NRW, in Rheinland-Pfalz oder anderswo berichtet wurde, fiel auf, dass vor Ort so gut wie keine Kinder zu sehen waren. Im Gegensatz zu Berichten aus Krisen- und Katastrophengebieten in ärmeren Ländern, wo die Kinder oft mit leeren Augen in Kameras starren, wenn sie vor den Resten ihres Zuhauses stehen und zwischen herumliegenden Trümmern wieder anfangen zu spielen. Um wenigstens für kurze Zeit die Schrecken des gerade Erlebten zu vergessen.

Dass uns diese Bilder erspart blieben liegt wahrscheinlich daran, dass die Kinder der von der Flutkatastrophe betroffenen Familien bei uns schnell Aufnahme bei nahen Verwandten gefunden haben, bei Nachbarn oder Freunden, und auf diese Weise „in Sicherheit“ gebracht werden konnten. Dass sie schnell wieder ein Dach über dem Kopf fanden und sich, so schrecklich ihre Eltern auch betroffen waren, dort bekamen, was alle Kinder brauchen: Schutz, Geborgenheit und fürsorgliche Zuwendung.

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Sonderbeitrag: Von einem der auszog, das Entwürdigen zu verbreiten …

von Dr. Udo Baer Als der Kölner Psychiater Michael Winterhoff 2008 sein Buch veröffentlichte, in dem er zahlreiche Kinder als „Tyrannen“ oder „Monster“ beschimpfte, war die Aufregung groß. Auf der…

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Pädagogische Beziehungskompetenz im Umgang mit herausfordernden Schüler*innen

 

von Dr. Claus Koch

Kinder wachsen in Beziehungen und durch Beziehungen. Ihre Beziehungserfahrungen spielen beim Lernen und im Verhalten eine besondere Rolle. Pädagogische Berufe sind Beziehungsberufe, denn alle Kinder wünschen sich Beziehungen. Zu Menschen, zu Gegenständen, zum Wissen. Ein Wunsch, der sich in der Kita und in der Schule bei manchen Kindern aber auch und gerade im zerstörerischen Umgang mit Beziehungen ausdrückt. Dann sprechen wir von Kindern und Jugendlichen, die uns in unseren pädagogischen Bemühungen um sie besonders herausfordern.

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Die „Sendung mit der Maus“ ist 50 geworden

von Claus Koch

Nahezu alle kennen „Die Sendung mit der Maus“. Und jetzt ist sie 50 Jahre alt geworden. Großeltern kennen sie, weil sie „die Maus“ vor langer Zeit das erste Mal zusammen mit ihren Kindern gesehen haben, heutige Eltern erinnern sich, wie sie mit ihren Eltern Sonntagmorgens vor dem Fernseher saßen, wo sie sich jetzt mit ihren eigenen Kindern einfinden, und auch diese Kinder werden sich schon bald mit ihren Kindern die Lach- und Sachgeschichten mit der Maus gemeinsam ansehen. Diese, im wissenschaftlichen Jargon: „intergenerationale Weitergabe“ ist sicherlich ein Erfolgsgarant für diese Sendung, der Grund dafür, dass sie bis heute bei Klein und Groß so beliebt geblieben ist. Ein anderer, dass die Geschichten, die die Maus präsentiert, nie belehrend und darauf aus sind, Kinder zu erziehen oder sie zu Konkurrenz- und Leistungsdenken zu animieren.

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Kinder in giftigen Atmosphären

von Dr. Udo Baer

Zu den Monstern der Entwürdigung zählt, Kinder und Jugendliche giftigen Atmosphären auszusetzen. Atmosphären wabern um uns herum und in uns hinein. Giftige Atmosphären sind solche, die Kinder und Jugendliche schleichend vergiften. Zwei Beispiele:

  1. G. lebt in einer Atmosphäre permanenter Angst. In ihrer Familie gilt,
    dass alle anderen eine Bedrohung sein können. Nichts darf wirklich
    gut sein. Alles Gute kann sich ja sofort in Schlimmes verwandeln.
    Für G. ist diese Atmosphäre selbstverständlich. Sie ist in ihr
    von Geburt an aufgewachsen. Auch sie selbst wird paranoid und
    kann keine freundschaftlichen Beziehungen zu Mitschüler*innen
    aufbauen. Auch die wohlwollendsten Lehrer haben bei ihr keine
    Chance. Die Eltern von G. haben in den Kriegen beim Zerfall des
    ehemaligen Jugoslawiens als kleine Kinder schlimme Kriegstraumata
    erlebt. Flucht, Vergewaltigung, Vertreibung, Denunziation,
    Gefangenenlager (Vater) … Diese Atmosphäre hat sie geprägt und
    schuf die Wolke der Angst und Bedrohung.

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Gedanken zur Diversität

 

 

von Dr. Udo Baer

Teil 1: Gemeinsamkeiten würdigen

Diversität ist zunächst einmal eine Beschreibung, dass es unterschiedliche Gruppen von Menschen gibt. Anfangs wurde darunter die „sichtbare Diversität“ verstanden, also Unterscheidungen vor allem nach Aussehen und Hautfarbe. Dann wurde das Spektrum der Diversität erweitert auf weitere Unterscheidungen, zum Beispiel nach sexueller Orientierung, Religionszugehörigkeit und anderem mehr.

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Traumatisierte Kinder sensibel begleiten, Teil 15: Was tun bei »seltsamen« Gefühlen traumatisierter Kinder? – Kulturelle Unterschiede

 

 

von Udo Baer

Traumatische Erfahrungen bewirken in den Kindern, dass sie in all ihrem Erleben erschüttert sind. Dazu gehört auch ihr Gefühlsleben. Manche Gefühle verschwinden scheinbar, andere werden stärker, wieder andere verändern sich in ihren Inhalten und ihrem Ausdruck. Deswegen werde ich in den folgenden Abschnitten auf einige dieser Gefühle eingehen, die Veränderungen durch traumatische Erfahrungen beschreiben und Ihnen Hinweise geben, wie Sie damit umgehen können.

Es wird manchmal vermutet oder unterstellt, dass Kinder, die an traumatischen Erfahrungen leiden und aus anderen als der einheimischen Kultur kommen, anders damit umgehen oder gar die Schreckenserfahrungen anders spüren. Dazu sind einige Anmerkungen notwendig.

Erstens ist es mir wichtig zu betonen, dass menschliches Leid alle Menschen gleich betrifft. Ob ein Kind in Dresden oder in Aleppo geschlagen wird, ob es in Beirut oder München vergewaltigt wird, ob es seine Geschwister durch Bombenangriffe in der Ukraine oder in Afghanistan verliert – es ist das gleiche Blut das fließt; es ist der gleiche Schmerz, der gespürt wird; es ist die gleiche Not, die die Kinder und auch die Erwachsenen überkommt.

Wenn wir unter kulturellen Gesichtspunkten traumatische Erfahrungen betrachten, dann bildet der humanistische Aspekt den Boden. Alle Betroffenen sind Menschen, und im konkreten Leid gibt es keine kulturellen Unterschiede, keine religiösen, keine landsmannschaftlichen. Die einzigen Unterschiede liegen in den Besonderheiten der Empfindsamkeit oder der Widerstandskraft der einzelnen Individuen.

Dies zu betonen, ist uns wichtig, weil wir häufig der Haltung begegnen, dass man sich den traumatischen Erfahrungen der Kinder nicht widmen darf, weil man zu wenig über die kulturellen Unterschiede und Besonderheiten weiß. Wer Mitgefühl hat, weiß genug, um dieses Mitgefühl zu zeigen und Kinder zu schützen und zu trösten. Das ist meine grundlegende Aussage und meine immer wiederkehrende Aufforderung.

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Auf den Hund gekommen

von Claus Koch

Dressieren Sie Ihr Kind mit der „Hund-Kind-Methode“ wie einen Hund und alles wird gut. Das zumindest empfiehlt die Hundetrainerin Aurea Verebes in der vom Fernsehsender RTL Anfang Januar dieses Jahres zur besten Sendezeit um 19 Uhr auf den Weg gebrachten Serie „Train Your Baby like a Dog“: „Was tun, wenn das Kind ständig schreit, die Familie auf Trab hält und andere ärgert? Hilfe kommt jetzt aus der modernen Hundeerziehung – die ‚positive Verstärkung‘.“ (Originaltext RTL)

Zielgruppe dieser Sendung sind, seit es solche Fernsehformate gibt, Eltern, deren Kinder partout nicht das tun wollen, was von ihnen verlangt wird. Und die damit öffentlich zur Schau gestellt werden: Kinder, die nicht einschlafen wollen, Kinder, die keine Ruhe geben und stattdessen ständig in Bewegung sind, Kinder, die statt bedingungslos zu gehorchen, sich dem elterlichen Kommando widersetzen, Kinder, die nicht essen wollen, was auf den Tisch kommt, die nicht leisten, was Schule und Elternhaus von ihnen verlangt – das ganze klassische Programm. Die Frage nach dem „Warum“ kindlichen Verhaltens wäre solchen Formaten viel zu „intellektuell“, mit anderen Worten zu kompliziert und zeitraubend, wenn es doch auch einfacher geht.

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