Respekt, Vertrauen, Weltoffenheit – der Kinderwürde Blog von Claus Koch
Liebe Leser*innen, nach Schließung des Pädagogischen Instituts Berlin (PIB) werde ich ab Januar 2026 den Blog „Kinderwürde“ in vierzehntägigem Rhythmus allein weiterführen. Wie in den letzten zehn Jahren werde ich Alltagsbeobachtungen und aktuelle im Netz zugängliche Artikel zu den Themen Kindheit, Jugend und Erziehung zum Anlass nehmen, die Bedeutung einer bindungsfreundlichen und bindungsstärkenden Erziehung für eine nach allen Seiten hin offenen und toleranten Gesellschaft zu unterstreichen. Dass Erziehung und die Verfasstheit von Kindheit und Jugend nicht nur auf die Kinder und Jugendlichen selbst, sondern auch auf gesellschaftliche Entwicklungen enormen Einfluss haben, wird immer noch, auch von wissenschaftlicher Seite, zu selten zum Thema gemacht. Auch damit soll sich dieser Blog in Zukunft immer wieder einmal beschäftigen. Gründe, warum sich so viele Kinder und Jugendliche in unserer Gesellschaft nicht mehr zurechtfinden, werden gerne im privaten Bereich gesucht. Zunehmend werden dabei „Wohlfühlerziehung“ und „Wohlfühlpädagogik“ oder eine „bindungsorientierte Elternbubble“ kritisiert und in Frage gestellt. „Gute Autorität“ wird propagiert und eine verzogene Generation Z angeprangert, die nur noch chillen und es sich im Arbeitsleben gemütlich machen will. In zahlreichen Artikeln, zunehmend auch in Elternratgebern und von sich als kompetent in Erziehungsfragen beschreibenden „Expert*innen“ in den sozialen Medien erleben wir auch in dieser Hinsicht eine Art von „Zeitenwende“. Nicht länger umfassende gesellschaftliche Unterstützungsangebote für Eltern und eine Erziehung auf Augenhöhe scheinen gefragt, sondern vertikal orientierte Erziehungsprinzipien gewinnen an Attraktivität. Wobei eine Erziehung „auf Augenhöhe“ nicht bedeutet, Kindern sämtliche Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen oder ständig ihren spontanen Bedürfnissen zu folgen, wie es manche behaupten. Sondern ihnen, wie es der Familientherapeut Jesper Juul einmal nannte, „gleichwürdig“ zu begegnen. Ihnen von Geburt an bis ins Erwachsenwerden das Gefühl zu geben, respektiert zu werden und anerkannt, so, wie sie sind. Als Eltern und pädagogische Fachkräfte für ihre Probleme und Fehlentwicklungen präsent zu sein, ihnen Bindungsangebote machen statt sie nur auf die obwaltende Härte in unserer von Konkurrenz geprägten Gesellschaft einzuschwören. Ich freue ich mich, mit Ihnen viele weitere Jahre diesen Blog teilen zu dürfen. Mitte Januar, auch darauf freue ich mich, geht es wieder los. Herzliche Grüße Ihr Claus Koch |
